„through nature’s shiver“
Klangarbeit von Yonca Yildirim
Die Arbeit „through nature’s shiver“ für den „ModellRaum Theater“ entwickelt, lenkt die Aufmerksamkeit der Passanten nach „Außen“, indem die Künstlerin im Außenraum aufgenommene Field Recordings in das „Innen“ des Transitraums „Theater“ projiziert. Dadurch erzeugt sie ein Spannungsverhältnis zwischen Innen und Außen, Urbanem und Natur, Bewegung und Stille. Der entstehende Klangraum arbeitet an der Schwelle zwischen beiläufigem Hören und bewusstem Zuhören.
Durch die Auswahl und Platzierung der Klänge, durch Stille und Wiederholung, durch Rhythmus und die gezielte Modifizierung natürlicher Aufnahmen, wird inmitten der Bewegung und dem Tumult der Stadt, der subtile Versuch unternommen, die Aufmerksamkeit der Passanten zu greifen, deren Neugier zu wecken und den Hörenden durch ihr Zuhören für einen Moment in die akustische Stimulierung des Theaters einzubinden. Auf diese Art wird auf die Materialität der Klänge eingegangen und ein schrittweises Aufdecken klanglicher Verweise erzeugt.
In dieser Weise werden die Passanten eingeladen, Mitgestalter von Bedeutung zu werden und die Raumzeitlichkeit des realen Raums, die Entstehung eines imaginären Raums, die Materialität des Klangs und die eigene Wahrnehmung klanglicher Tiefe und Distanz, zu befragen.
„through nature’s shiver“ ist ein Angebot sich einen realen als auch imaginären Raum durch die Befragung seines Klangs anzunähern, durch Aufmerksamkeit statt durch seine Durchquerung, durch ein flüchtiges Hinhören inmitten erzwungener Bewegung.
