9 Beet Stretch
Mittels digitaler Technologie hat der norwegische Künstler Leif Inge Beethovens ikonisches Vermächtnis der 9. Sinfonie auf die Dauer von 24 Stunden gedehnt und das ohne die Tonhöhen der Klänge zu verändern. (Der Einsatz der Granular Synthesis erlaubt es durch Zerlegung der Tonspur in kleinste Einheiten und Wiederaneinanderreihung dieser Toninformationen in ihrer zeitlichen Ausdehnung zu verändern ohne die Frequenzen, also die Tonhöhen der Klänge zu modifizieren.)
Entstanden ist durch diese scheinbar simple Modifikation ein radikal neues und vollkommen eigenständiges Stück, dessen Erleben ein gleichermaßen unerwartetes wie völlig neuartiges Klangerlebnis ermöglicht. Durch die zeitliche Dehnung überschreiten die erhalten gebliebenen zeitlichen Proportionen den Horizont unserer Wahrnehmungsmöglichkeiten und wir tauchen in das reiche Innenleben und die mikroskopischen Interaktionen der Klänge, deren Dramatik der ursprünglichen melodischen Dramatik der beethovschen Sinfonie in nichts nachstehen.
„9BeetStretch“ zu hören lässt sich mit dem Blick durch ein Mikroskop vergleichen: Die modifizierte Aufnahme rückt winzigste Details in den Fokus und, was noch bedeutsamer ist, es verrückt unsere Wahrnehmungsregister und eröffnet völlig neue Ebenen der Betrachtung.“ (Beethoven’s Symphony No.9 von Alexander Rehding, Oxford University Press)
„Indem ich Beethoven’s Neunte dehne, dehne ich nicht einfach irgendein Musikstück, ich dehne Musikgeschichte.“ (Leif Inge)
Sehr gezielt hat Leif Inge Beethovens Neunte ausgewählt in dem Wissen um dessen monumentale kulturelle Bedeutung sowohl zu den Zeiten seiner Entstehung, als auch zu unseren Zeiten. So sprengte die Dauer von ca. 70 Minuten die üblichen Dimensionen der damaligen Zeit und gab wiederum unserer Zeit das Format der CD vor, deren Kapazität sich an der ausdrücklichen Vorgabe orientierte, die Neunte wiedergeben zu können.
Aufführung Modellraum_Auditorium:
Die 2002 entstandene und seitdem weltweit aufgeführte Stretch-Version von Beethovens
9. Sinfonie wird erstmals außerhalb eines Konzerthauses oder Ausstellungsraumes im öffentlichen Raum präsentiert und konfrontiert das Werk nicht nur mit einem völlig andersartigem Publikum, sondern darüber hinaus mit der Komplexität und den Unwägbarkeiten bezüglich Dauer, Rhythmik, Bewegung und Interessenlage dieses vielfältigen Publikums.
Aufführung Kunsthalle Düsseldorf
Um dem interessierten Publikum die Möglichkeit zu geben dem Werk in der vom Künstler vorgesehenen Form zu begegnen, wird das Stück in der Düsseldorfer Kunsthalle in der originären 24 Stunden Version aufgeführt.
Die Veranstaltung ist Teil einer fünfteiligen Reihe temporärer Klangarbeiten für das Auditorium, U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, Düsseldorf, die durch großzügige Förderung der Kunstkommission Düsseldorf ermöglicht wird.
Danksagung
Das Quellmaterial für dieses Konzert ist eine Naxos-Aufnahme dirigiert von Béla Drahos mit den Nicolaus Esterházy Sinfonikern und Chor (Naxos 8.553478).
Besonderer Dank gilt Naxos USA!
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Mit freundlicher Unterstützung der Kunstkommission Düsseldorf
Besonderer Dank gilt: dem gesamten Team der Kunsthalle Düsseldorf,
der Stadt Düsseldorf und der Rheinbahn AG und Der Gute Ton, Veranstaltungstechnik






