Autor: Pyotr Logvinenko

  • FOLDS (in tape)

    FOLDS (in tape)

    „FOLDS (in tape fields)“: In Kooperation mit der Stiftung IMAI – Inter Media Art Institute und der Kunsthalle Düsseldorf, als Teil der Ausstellungsreihe „Circulating Copies“

    In FOLDS untersucht KMRU, wie urbane Infrastrukturen das Hören im öffentlichen Raum bedingen und strukturieren. Ausgehend von Hörspaziergängen, Umwegen und beiläufigen Aufnahmen nähert er sich Düsseldorf als einem auditiven Feld, in dem sich Routinen, Rhythmen und Erwartungen überlagern.

    Die Arbeit entfaltet sich über verschiedene Orte und Lautsprechersysteme im Stadtraum. Klangmotive, Schleifen und Feldaufnahmen tauchen versetzt und wiederkehrend auf, ohne sich zu einem geschlossenen Ganzen zu fügen. Zeit wird gedehnt, unterbrochen oder zurückgeführt. Bedeutung entsteht im Vorübergehen, im Verweilen oder auch im Überhören. Statt einer festen Kartografie eröffnet die Arbeit eine offene, vielschichtige Form der Wahrnehmung.

    KMRU nutzt Field Recordings, Ambient Sound und experimentelle Techniken, um Hörkulturen jenseits vorherrschender Wahrnehmungsnormen zu erforschen.

    Weitere Orte in Düsseldorf: Filmwerkstatt Düsseldorf, Salon des Amateurs, UFA-Palast, Café Velvet, Callshop Radio.

  • through nature’s shiver

    through nature’s shiver

    „through nature’s shiver“
    Klangarbeit von Yonca Yildirim

    Die Arbeit „through nature’s shiver“ für den „ModellRaum Theater“ entwickelt, lenkt die Aufmerksamkeit der Passanten nach „Außen“, indem die Künstlerin im Außenraum aufgenommene Field Recordings in das „Innen“ des Transitraums „Theater“ projiziert. Dadurch erzeugt sie ein Spannungsverhältnis zwischen Innen und Außen, Urbanem und Natur, Bewegung und Stille. Der entstehende Klangraum arbeitet an der Schwelle zwischen beiläufigem Hören und bewusstem Zuhören.

    Durch die Auswahl und Platzierung der Klänge, durch Stille und Wiederholung, durch Rhythmus und die gezielte Modifizierung natürlicher Aufnahmen, wird inmitten der Bewegung und dem Tumult der Stadt, der subtile Versuch unternommen, die Aufmerksamkeit der Passanten zu greifen, deren Neugier zu wecken und den Hörenden durch ihr Zuhören für einen Moment in die akustische Stimulierung des Theaters einzubinden. Auf diese Art wird auf die Materialität der Klänge eingegangen und ein schrittweises Aufdecken klanglicher Verweise erzeugt.

    In dieser Weise werden die Passanten eingeladen, Mitgestalter von Bedeutung zu werden und die Raumzeitlichkeit des realen Raums, die Entstehung eines imaginären Raums, die Materialität des Klangs und die eigene Wahrnehmung klanglicher Tiefe und Distanz, zu befragen.

    „through nature’s shiver“ ist ein Angebot sich einen realen als auch imaginären Raum durch die Befragung seines Klangs anzunähern, durch Aufmerksamkeit statt durch seine Durchquerung, durch ein flüchtiges Hinhören inmitten erzwungener Bewegung.

  • Music Plants Music

    Music Plants Music

    Klanginstallation von Daisuke Matsusaka + Miki Yui

    Die Komposition ist eine speziell für den „ModellRaum Auditorium“ angepasste Version des Klangkunstwerks „Music Plants Music“, das für das Botanische Zentrum Shibuya in Japan während der ersten Zusammenarbeit der beiden Künstler entwickelt wurde.

    Beide Musiker, haben in ihrer jeweiligen künstlerischen Recherche die Pflanzenwelt eingehend beobachtet und in ihre Kompositionen integriert. Miki Yuis Interesse gilt der Wechselwirkung zwischen Pflanzenwelt und Umwelt, die sie poetisch interpretiert und in der Struktur ihrer Musik widerspiegelt. Daisuke Matsuzaka’s Werk hingegen evoziert ein Gefühl der Verbindung zwischen Umwelt und Leben, indem es Musik aus den bioelektrischen Daten von Pflanzen erzeugt.

    Die Komposition entstand mithilfe eines von Matsuzaka Daisuke entwickelten Programms, das bioelektrische Daten von Pflanzen in Echtzeit musikalisch interpretiert. Die Pflanzen liefern bioelektrische Daten, die sich durch Sonnenlicht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Anwesenheit von Menschen verändern, was wiederum die Komposition des Stücks beeinflusst.

    Miki Yui’s winzige „Klangsamen“ – in diesem Fall rein elektronische Klänge – wurden durch das Programm in eine lebendige Struktur gebracht, dadurch interagierten sie mit den unmittelbaren Umgebungsgeräuschen und verwandelten diese in einen lebendigen musikalischen Raum.

    Diese Klangimpulse regen das Gehör des Zuhörers dazu an, die Geräusche anders wahrzunehmen.

    Da sich eine lebende Pflanze leider nicht für die U-Bahn-Station eignet, handelt es sich bei dem Stück im Auditorium um eine Wiedergabe der Arbeit, die ursprünglich mit bioelektrischen Daten eines Mangobaums in Tokio durchgeführt wurde.

    Dennoch ermöglicht es diese Arbeit den Zuhörern, durch das Erleben der Wechselwirkung der eingebrachten Klänge mit der vorgefundenen akustischen Umgebung, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Pflanze mit ihrer Umgebung interagiert.