Tracks United führt wie eine akustische Wanderung durch ein Musikstück, an dessen Klangrändern vorbei zu Stimmen, Pausen und seinen jeweiligen Aufnahmespuren. Als Hörinstallation imitiert das Projekt Konzepte eines DJ-Sets, indem es die vormals in einem Gesamtmix kompilierten und eingespielten Klänge wieder in neue Puzzleteile zerlegt, in untereinander kompatible Elemente für das Mehrkanal-Tonsystem im Auditorium. Vier Töne beschreiben die kleinste Einheit in Anlehnung an die Rautenstruktur im U-Bahntunnel, variieren im Verlauf des Arrangements und geben musikalische Impressionen zu den Stationen und Fahrten der Wehrhahn-Linie wieder. Das Audiomaterial ist auf 17 Szenen mit unterschiedlichen Bewegungsmustern im Raum verteilt und wird in langen und kürzeren Abspielzeiten zufällig über den Tag hinweg zu hören sein.
Das experimentelle DJ-Set funktioniert wie ein modularer Klangmix über den Rolltreppen und bietet in der Nutzung dieser futuristisch gestalteten Soundrampe den Besuchern des Auditoriums ein utopisches Ohr: Sounds und Stimmen simulieren ein Als-ob, einen möglichen Chorus an einem real existierenden Ort. Tracks United behandelt die Kategorien Klang, Musik, Geräusch wie komponierte Field Recordings, überträgt ihnen als performative Teilelemente den akustischen Zugriff in eine transitorische Architektur der Fortbewegung und wirft die Frage auf, was zwischen den asynchron verlaufenden Zeit- und Geräuschachsen eines Fahrplans erzählt werden könnte.
Konzept und Musikaufnahme:
Waltraud Blischke
Programmierung und Spielplan: Kurt Dahlke
Kuratiert wird die fünfteilige Sound-Ausstellung von Ralf Brög, der die neuen
Zugänge des U-Bahnhofes Heinrich-Heine-Allee sowohl visuell als auch akustisch für wechselnde Klang- und Soundbeiträge gestaltet hat.

