Kategorie: Dokumentation/temporäre Sounds

  • Neue Klanginstallation von Marja Ahti & Stefan Schneider in der U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Allee

    Neue Klanginstallation von Marja Ahti & Stefan Schneider in der U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Allee

    Doppelte Eröffnung für Soundkünstler*innen Marja Ahti und Stefan Schneider

    Parallel zur Installation im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee

    Konzert im Salon des Amateurs

    Duett mit doppelter Eröffnung: Die von Ralf Brög kuratierte und von der Kunstkommission Düsseldorf finanzierte Veranstaltungsreihe zu Sound und Klängen im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee schließt mit einer Arbeit von Marja Ahti und Stefan Schneider. Parallel zum Start ihrer Klanginstallation, die noch bis zum Ende des Jahres im U-Bahn-Ausstellungsraum „Labor“ (Umstieg Rheinbahnlinien in neue Wehrhahnlinien) zu hören sein wird, geben die Soundkünstler*innen ein Konzert

    am 24. November 2019, um 20 Uhr,
    im Salon des Amateurs/Kunsthalle auf dem Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf.

    Dazu laden wir Sie und Ihre Fotografen herzlich ein.
    Der Kurator und Künstler Ralf Brög hat den im Jahr 2016 eröffneten U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee sowohl visuell als auch akustisch für wechselnde Klang- und Soundbeiträge gestaltet und ausgestattet. Er lud seitdem verschiedene Musiker*innen und Künstler*innen dazu ein, ihre Klanginstallationen dort zu präsentieren. Der Düsseldorfer Stefan Schneider ist mit der Soundinstallation „Treppe“ bereits dauerhaft vertreten.  In der aktuellen Veranstaltungsreihe bespielen nach Kurt Dahlke, Waltraud Blischke, Leif Inge und Marcus Schmickler nun er und die schwedisch-finnische Künstlerin Marja Ahti die Räume in der U-Bahn mit temporärer Klangkunst. Athi und Schneider greifen im Duett die räumliche Situation der zwillingshaften Treppenaufgänge zu den Umsteigemöglichkeiten in die Wehrhahnlinie auf. Die Fahrgäste hören kurze Fragmente einer Gesamtkomposition in verschiedenen Variationen. Die Bewegung der Töne und ihre dynamischen Verschiebungen sollen als akustische Kommunikation die mannigfachen Fortbewegungen der Passanten reflektieren.  Text: Saskia Zeller

    Zu den Künstler*innen:
    Marja Ahti (* 1981) ist eine schwedisch-finnische Musikerin und Komponistin aus Turku, Finnland. Ahti arbeitet mit Feldaufnahmen und anderem akustischen Klangmaterial in Kombination mit Synthesizern und elektronischen Feedbacks.
    Stefan Schneider (* 1961) ist ein deutscher Musiker, Komponist und Fotograf aus Düsseldorf. Scheider hat an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und ist Meisterschüler von Bernd Becher. Er ist Gründungsmitglied der Bands Kreidler (1994-99) und To Rococo Rot (1995 – 2014).

    Link Artikel WZ, 25. November 2019 von Carolin Scholz:
    https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/klang-installation-haltestelle-heinrich-heine-allee-geht-in-letzte-runde_aid-47419211

  • Treppauf, Treppab – Situated Now, Donna Harawayby Marcus Schmickler

    Treppauf, Treppab – Situated Now, Donna Harawayby Marcus Schmickler

    Düsseldorf. Fährt die U-Bahn in den Bahnhof ein oder verschwindet sie gerade im Tunnel? Ist die wahrgenommene Akustik Realität oder Illusion, Projektionsfläche oder Akteur? Willkommen in der Kunst-U-Bahn-Station Heinrich Heine Allee! Vom 19. Juni bis 7. Juli werden Fahrgäste der Rheinbahn an den Aufgängen zur Königsallee und zur Heinrich-Heine-Passage mit Akkorden auf Grundlage der so genannten „Shepard-Tonleiter“ empfangen. „Treppauf, Treppab – Situated Now, Donna Haraway“ heißt die Sound-Installation des Kölner Komponisten und Musikers Marcus Schmickler, welche die Fahrgäste auf geheimnisvolle Weise auf den Rolltreppen und in den Korridoren „Auditorium“ und „Theater“, begleiten wird. Präsentiert wird die Veranstaltung von der Kunstkommission Düsseldorf sowie dem Kurator und Künstler Ralf Brög, der die drei neuen Zugänge des U-Bahnhofes (Auditorium, Labor, Theater) visuell wie medial gestaltet hat und im Sinne eines work in progress mit wechselnde Klang- und Soundbeiträge programmiert. Zur Begehung von „Treppauf, Treppab – Situated Now, Donna Haraway“ möchten wir Sie herzlich einladen.

    Nach Kurt Dahlke, Waltraud Blischke und Leif Inge ist Marcus Schmickler der vierte Künstler, der im „Auditorium“ ausstellt. Sowohl er als auch der Kurator der Veranstaltungsreihe, Ralf Brög, und Vertreter der Kunstkommission werden der Presse für Fragen zur Verfügung stehen.

    Zum Hintergrund: Bei der “Shepard-Tonleiter”, die auf den Psychologen Roger Shepard zurückgeht, handelt es sich um eine akustische Illusion, bei der ein Ton fortwährend steigt oder fällt, aber niemals ein Limit erreicht. Der Klang ist in permanenter Bewegung, scheint aber trotzdem nirgendwo anzukommen. In der bildenden Kunst ist dieses Konstrukt vergleichbar mit Arbeiten des niederländischen Künstlers M. C. Escher.

    Bereits Pioniere der elektronischen Musik wie Jean-Claude Risset, Karlheinz Stockhausen und James Tenney nutzten den bemerkenswerten Effekt der Shepard-Töne, die nach menschlichem Hörempfinden keine Grundtöne erkennen lassen oder Orientierung bei der Tonfolge bieten. Schmickler lässt nun durch seine Installation eine Art akustische Fata Morgana entstehen. Er unterteilt einzelne Shepard-Töne in Akkorde, verdichtet oder dehnt sie, beschleunigt oder verlangsamt ihr Tempo, um sie dann wieder mit anderen elektronischen Partikeln zu verzahnen. Es entstehen hochwertige und komplexe Kompositionen, die trotz ihres logischen Aufbaus, ganz im Sinne des Poststrukturalismus ein Prozess der Wissensaneignung sind, der niemals aufhört. Der Untertitel der Klang-Installation weist deshalb auf Donna Haraways berühmten Essay “Situated Knowledges” hin. Donna Haraway stellte die These auf, dass das Objekt des Wissens als Akteur und Agent zu betrachten sei und nicht als Projektionsfläche. Kernpunkt von „Situated Knowledges“ ist eine grundsätzliche kontextuelle Betrachtungsweise jeglicher Forschungsfragen und Wahrnehmungen.

    Zum Künstler: Marcus Schmickler, Jahrgang 1968, lehrt am Institut für Musik und Medien der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf und am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York. Er studierte Komposition und Elektronische Musik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln sowie Musikwissenschaft an der Universität Köln. In seinen Arbeiten erforscht Schmickler erweiterte Methoden zur Komposition von wahrnehmungsspezifischen Eigenheiten im Klang und deren Spatialisierung. Seine Musik erscheint u.a. bei den Labels editions Mego, a-Musik und Mille Plateaux. Marcus Schmickler erhielt zahlreiche Preise, Auszeichnungen und Stipendien, z.B. von Ars Electronica, dem Land Nordrhein-Westfalen und kuratierte Festival-Programme z.B. in der Akademie der Künste Berlin und dem ZKM Karlsruhe.

    Review Rheinische Post:
    https://rp-online.de/kultur/u-bahnstation-heinrich-heine-allee-mit-neuer-soundinstallation_aid-39581137

    Marcus Schmickler
    Treppauf, Treppab  
    (Situated Now, Donna Harraway) 

    Schmickler verwendet in zahlreichen seiner Kompositionen den sogenannten “Shepard Tone”, der auf den Psychologen Roger Shepard zurückgeht. Dabei handelt es sich um eine akustische Illusion, bei der ein Ton fortwährend steigt oder fällt, seine Tonhöhe aber niemals ein Limit zu erreichen scheint. Der Klang ist in permanenter Bewegung, scheint aber nirgendwo anzukommen ein Vorgang, der endlos weitergehen könnte und in der bildenden Kunst, mit Arbeiten des niederländischen Künstlers M. C. Escher zu vergleichen ist.

    Bereits die Pioniere der elektronischen Musik wie Jean-Claude Risset, Karlheinz Stockhausen und James Tenney kannten diesen Effekt. Schmickler geht anders vor, er unterteilt einzelne Shepard-Töne in Arpeggien, verdichtet und entschlackt sie, beschleunigt oder verlangsamt ihr Tempo, verzahnt sie mit anderen elektronischen Partikeln und entwickelt so komplexe akustische Zusammenhänge, deren Architektur, trotz ihres logischen Aufbaus, nicht immer nachvollziehbar ist und eine psychoakustische Illusion produziert.  

    Der wirklichen Welt die Treue halten, wie ist das denkbar in einer Welt, in der durch die technische Generierung virtueller Welten die Grenzen von Illusion und Wirklichkeit immer weiter verschoben und unmerklicher überschritten werden – und deren metaphysisch-spekulative Implikationen immer unkenntlicher, darum aber nicht unbedingt unwirksamer werden? Der Untertitel der für die Wehrhahnlinie entworfenen Komposition geht auf Donna Haraways berühmten Essay “Situated Knowledges” zurück. Zentral ist dabei, das Objekt des Wissens als Akteur und Agent zu betrachten und nicht als Projektionsfläche. Wichtig im Umgang mit Wissenspositionen ist vor allem die wiederholte kritische Nachprüfung, Dekonstruktion und Interpretation des herrschenden Wissens. Kernpunkt von Situated Knowledge ist eine grundsätzliche kontextuelle Betrachtungsweise jeglicher Forschungsfragen.

    So verbindet sich nicht nur für Haraway die Treue zur Realität mit der Anerkennung der realitätskonstituierenden Bedeutung der Illusion, sondern zugleich mit der Frage nach der Kommunizierbarkeit der Welt. In dem Moment freilich, in dem die Realität nicht mehr an die Repräsentation, sondern an die Mitteilbarkeit gebunden ist, erhält die Frage der Darstellung eine in vielen Hinsichten neue Bedeutung. So stellt sich die Frage nach der Herstellung einer verbindlichen Realität unter Bedingungen neuer Medientechniken als Suche nach besseren Darstellungen der Welt dar – wobei ‚bessere Darstellungen‘ präzisere, bewußte Weisen meint, die Welt mitteilbar zu machen.

  • 9 BEET STRETCH by Leif Inge an zwei Orten, in zwei Formaten.

    9 BEET STRETCH by Leif Inge an zwei Orten, in zwei Formaten.

    9 Beet Stretch
    Mittels digitaler Technologie hat der norwegische Künstler Leif Inge Beethovens ikonisches Vermächtnis der 9. Sinfonie auf die Dauer von 24 Stunden gedehnt und das ohne die Tonhöhen der Klänge zu verändern. (Der Einsatz der Granular Synthesis erlaubt es durch Zerlegung der Tonspur in kleinste Einheiten und Wiederaneinanderreihung dieser Toninformationen in ihrer zeitlichen Ausdehnung zu verändern ohne die Frequenzen, also die Tonhöhen der Klänge zu modifizieren.)

    Entstanden ist durch diese scheinbar simple Modifikation ein radikal neues und vollkommen eigenständiges Stück, dessen Erleben ein gleichermaßen unerwartetes wie völlig neuartiges Klangerlebnis ermöglicht. Durch die zeitliche Dehnung überschreiten die erhalten gebliebenen zeitlichen Proportionen den Horizont unserer Wahrnehmungsmöglichkeiten und wir tauchen in das reiche Innenleben und die mikroskopischen Interaktionen der Klänge, deren Dramatik der ursprünglichen melodischen Dramatik der beethovschen Sinfonie in nichts nachstehen.

    „9BeetStretch“ zu hören lässt sich mit dem Blick durch ein Mikroskop vergleichen: Die modifizierte Aufnahme rückt winzigste Details in den Fokus und, was noch bedeutsamer ist, es verrückt unsere Wahrnehmungsregister und eröffnet völlig neue Ebenen der Betrachtung.“ (Beethoven’s Symphony No.9 von Alexander Rehding, Oxford University Press)
    „Indem ich Beethoven’s Neunte dehne, dehne ich nicht einfach irgendein Musikstück, ich dehne Musikgeschichte.“ (Leif Inge)
    Sehr gezielt hat Leif Inge Beethovens Neunte ausgewählt in dem Wissen um dessen monumentale kulturelle Bedeutung sowohl zu den Zeiten seiner Entstehung, als auch zu unseren Zeiten. So sprengte die Dauer von ca. 70 Minuten die üblichen Dimensionen der damaligen Zeit und gab wiederum unserer Zeit das Format der CD vor, deren Kapazität sich an der ausdrücklichen Vorgabe orientierte, die Neunte wiedergeben zu können.

    Aufführung Modellraum_Auditorium:
    Die 2002 entstandene und seitdem weltweit aufgeführte Stretch-Version von Beethovens
    9. Sinfonie wird erstmals außerhalb eines Konzerthauses oder Ausstellungsraumes im öffentlichen Raum präsentiert und konfrontiert das Werk nicht nur mit einem völlig andersartigem Publikum, sondern darüber hinaus mit der Komplexität und den Unwägbarkeiten bezüglich Dauer, Rhythmik, Bewegung und Interessenlage dieses vielfältigen Publikums.

    Aufführung Kunsthalle Düsseldorf
    Um dem interessierten Publikum die Möglichkeit zu geben dem Werk in der vom Künstler vorgesehenen Form zu begegnen, wird das Stück in der Düsseldorfer Kunsthalle in der originären 24 Stunden Version aufgeführt.

    Die Veranstaltung ist Teil einer fünfteiligen Reihe temporärer Klangarbeiten für das Auditorium, U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, Düsseldorf, die durch großzügige Förderung der Kunstkommission Düsseldorf ermöglicht wird.

    Danksagung

    Das Quellmaterial für dieses Konzert ist eine Naxos-Aufnahme dirigiert von Béla Drahos mit den Nicolaus Esterházy Sinfonikern und Chor (Naxos 8.553478).
    Besonderer Dank gilt Naxos USA!
    Courtesy of Naxos of America. All rights reserved. © 1996.

    Mit freundlicher Unterstützung der Kunstkommission Düsseldorf

    Besonderer Dank gilt: dem gesamten Team der Kunsthalle Düsseldorf,
    der Stadt Düsseldorf und der Rheinbahn AG und Der Gute Ton, Veranstaltungstechnik

  • Eigenklang-Modulation by Ralf Brög & Jannis Carbotta

    Eigenklang-Modulation by Ralf Brög & Jannis Carbotta

    „Eigenklang-Modulation“ von Ralf Brög und Jannis Carbotta

    Ort: 3ModellRäume_Labor (Unterirdische Passage_Umstieg Wehrhahn-Linien/Rheinbahn-Linien),
    U-Bahn-Station, Heinrich-Heine-Allee, Düsseldorf
    Kollaboration: Ralf Brög (Künstler, Düsseldorf) & Jannis Carbotta (Musiker, Köln)

    Das hier vorgestellte Projekt „EIGENKLANG-MODULATION“ will durch Modifikation von mittels Field-Recordings gewonnenen (Eigen-)Klangmaterials der U-Bahn-Station „Heinrich-Heine-Allee“ und der anschließenden Rückprojektion der modellierten Sounds in den „ModellRaum_Labor“ eine subtil veränderte Raumerfahrung bewirken.

    Vertraute, unvertraute, noch nie gehörte oder gar unhörbare Klänge, vor Ort, zu verschiedenen Zeiten und in teils unzugänglichen Bereichen aufgenommen, bilden das Rohmaterial der Installation.

    Durch vielfältige Verfahren der Modifikation der auf ebenso vielfältige Weisen und mittels verschiedener Technologien aufgenommenen Klänge, durch deren experimentelle Modellierung, durch Betonung oder Verschiebung ihrer räumlichen, materiellen, assoziativen Charakteristik und durch das anschließende Neu-Arrangieren der Klänge soll eine neue Raumwahrnehmung ermöglicht werden. Der tatsächliche Raum wird in seiner funktionalen Eindimensionalität überlagert und öffnet sich für eine – poetische, fiktionale, assoziative oder auch strukturelle – Leseweise.

    Die im Zuge dieses Projekts erstellten Klang-Aufnahmen begründen auch das 3ModellRäume-Klangarchiv, das kontinuierlich durch neues Klangmaterial ergänzt wird und so zu einer reichen Ressource zukünftiger Klang-Collagen wird.

    Das Projekt Eigenklangmodulation wurde im Rahmen des Förderprogramms NEUSTART KULTUR von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler gefördert.

  • Waltraud Blischke: „Tracks United“

    Waltraud Blischke: „Tracks United“

    Tracks United führt wie eine akustische Wanderung durch ein Musikstück, an dessen Klangrändern vorbei zu Stimmen, Pausen und seinen jeweiligen Aufnahmespuren. Als Hörinstallation imitiert das Projekt Konzepte eines DJ-Sets, indem es die vormals in einem Gesamtmix kompilierten und eingespielten Klänge wieder in neue Puzzleteile zerlegt, in untereinander kompatible Elemente für das Mehrkanal-Tonsystem im Auditorium. Vier Töne beschreiben die kleinste Einheit in Anlehnung an die Rautenstruktur im U-Bahntunnel, variieren im Verlauf des Arrangements und geben musikalische Impressionen zu den Stationen und Fahrten der Wehrhahn-Linie wieder. Das Audiomaterial ist auf 17 Szenen mit unterschiedlichen Bewegungsmustern im Raum verteilt und wird in langen und kürzeren Abspielzeiten zufällig über den Tag hinweg zu hören sein.

    Das experimentelle DJ-Set funktioniert wie ein modularer Klangmix über den Rolltreppen und bietet in der Nutzung dieser futuristisch gestalteten Soundrampe den Besuchern des Auditoriums ein utopisches Ohr: Sounds und Stimmen simulieren ein Als-ob, einen möglichen Chorus an einem real existierenden Ort. Tracks United behandelt die Kategorien Klang, Musik, Geräusch wie komponierte Field Recordings, überträgt ihnen als performative Teilelemente den akustischen Zugriff in eine transitorische Architektur der Fortbewegung und wirft die Frage auf, was zwischen den asynchron verlaufenden Zeit- und Geräuschachsen eines Fahrplans erzählt werden könnte.

    Konzept und Musikaufnahme:
    Waltraud Blischke
    Programmierung und Spielplan: Kurt Dahlke

    Kuratiert wird die fünfteilige Sound-Ausstellung von Ralf Brög, der die neuen
    Zugänge des U-Bahnhofes Heinrich-Heine-Allee sowohl visuell als auch akustisch für wechselnde Klang- und Soundbeiträge gestaltet hat.

  • Pyrolator: „The Endless Christmas Carol“

    Pyrolator: „The Endless Christmas Carol“

    „The Endless Christmas Carol“ ist eine Komposition des gebürtigen Düsseldorfers, Musikers und Komponisten Kurt Dahlke alias Pyrolator. Sie wurde speziell für das Soundsystem im „Auditorium“ der U-Bahn-Station Heinrich-Heine (Ausgang Königsallee) geschrieben, wo es möglich ist Klänge und Melodien über 48 Lautsprecher mithilfe eines Spatial-Sound-Systems im Raum zu bewegen.
    Die Komposition selber verwendet fast ausschliesslich Klänge eines klassischen analogen Synthesizers und orientiert sich an den 4-stimmigen Madrigalen des 16.Jahrhunderts, ohne jedoch in die Formstrenge der historischen Vorbilder zu verfallen. Die Komposition wird bis Weihnachten in sich immer wieder verändernden Variationen zu hören sein.